Bericht Weekend 30./31.08.03
Autor: Roli


Here we go again... bereits zum 9. Mal seit Bestehen des Vereins begaben
sich die tapferen Old-Friends auf eine weitere abenteuerliche Reise ins
Ungewisse. Mutig hatten sich auch dieses Mal alle den bevorstehenden
Herausforderungen gestellt und ihren Mann gestanden (naja, fast alle...
Gianni lässt doch hin und wieder mal eine Aufgabe aus und zieht den Joker).

Traditionsgemäss waren auch dieses Mal Ziel und Inhalt des Ausflugs nur dem
OK (Roli und Mäke) bekannt. Pünktlich um 07.45 Uhr fand man sich,
stilgerecht gekleidet im Old-Friends-Blazer, am Bahnhof Horgen ein (zu diesem frühen
Zeitpunkt hat Gianni schon seinen ersten Joker gezogen). Nach einer kurzen
Zugfahrt verköstigten sich die Abenteurer vorerst an einem reichhaltigen
Frühstücksbuffet im Marché des Züricher Hauptbahnofs.

Zur Ueberraschung aller ging die Zugreise von dort aber nicht weiter,
sondern man wurde von einer ortskundigen Zürcher Stadtführerin in Empfang
genommen. Kulturelle Weiterbildung war angesagt! Auf dem lehrreichen Rundgang vom
Landesmuseum mit dem Schiff über die Limmath zum Bürkliplatz (wo wir einem
überglücklichen Flohmarktstandbesitzer aufgrund des aufkommenden
Regenwetters sein gesamtes Regenschirmsortiment abgekauft hatten), weiter in die Altstadt mit
dem geschichtsträchtigen Lindenhof und schliesslich über die Bahnhofstrasse
wieder zurück zum Hauptbahnhof erfuhr man doch so Einiges über seine
Heimatstadt, von dem man vorher nicht die geringste Ahnung hatte.

Kulturell auf dem neusten Stand gings dann nach einem kurzen Stehlunch
weiter Richtung Rümlang. Wie die Freunde der adrenalinfördernden
Funsportarten wissen, befindet sich dort das Aerodrom, ein durch eine leistungsfähige
Riesenturbine angetriebener vertikaler Windkanal, welcher genug Auftrieb
zustande bringt, um geübte "Aerodromer" bis zu 20 Meter ab Boden zu blasen! Nicht
gerade ermutigend war, dass bei unserer Ankunft die Ambulanz bereits den ersten
Verletzten aus einer vorigen Gruppe abholen musst. Nach der einführenden Gewichsmessung
war Gianni gar nicht so unglücklich, dass er bereits wieder zum Ziehen eines
Jokers "gezwungen" wurde. Unglücklicherweise gabs nämlich für seine Gewichtsklasse
nicht den passenden Overall. So mussten sich die Oldfriends also wohl oder
übel mit einer reduzierten Truppenstärke von fünf Mann in den bedrohlichen
Kampf begeben. Mit leicht zittrigen Knien sahen alle gebannt dem Instruktor zu
(wirklich ein Meister seines Fachs!), wie er mit Leichtigkeit einige Meter ab Boden
kunstvolle Pirouetten drehte. Dann wars aber soweit. Mäke durfte sich als Erster in den
Kampt fegen die Windmühle (äh... -turbine) schmeissen. Leicht in die Knie gehen,
das Kreuz ordentlich durchdrücken, den Kopf in den Nacken legen uns sich dann einfach vornüber
fallen lassen (und dabei möglichst nicht wie ein übergeschnappter Allah-anbetender
Moslem mit vollgeschissen Hosen aussehen) - gar nicht so einfach! Unter den
versierten Anweisungen des Instruktors gelang es aber früher oder später
jedem der ehrgeizigen Old-Friends, einige Meter ab Boden im Wind zu liegen und die
Aussicht zu geniessen. Ein klasse Gefühl!

Nach den kribbligen Flugstunden gings dann zurück in die Stadt Zürich, wo
man das Nachtlager im Backpackers in Miederdorf bezog. Direkt neben dem
belebten Hirschenplatz, mitten im "Dörfli-Fäscht". An ein frühes zu Bett
gehen war damit nicht zu denken! Nachdem alle frische Unterhosen montiert und ihre
Nasen gepudert hatten, gings ab ins Pur Pur. Bei ausgezeichnetem Essen und einem
gediegenden Gläschen Rotwein an einem Tisch direkt neben der belebten
Tanzfläche fühlten sich die Old-Friends sichtlich wohl. Auch wenn die
Bedienung doch ab und zu etwas überfordert war. Nachdem die Arme den Korken nur in
Bruchstücken aus dem Flaschenhals zu grübeln vermochte und sie Chrigi auch
noch freundlich aber bestimmt darauf hinwies, dass der Jahrgang des Weins nicht
dem auf der Karte entsprach, verschüttete sie schliesslich den ganzen Wein vor
lauter Nervosität über dem Tisch. Neue Flasche, neues Glück - schliesslich klappte
es und der feuchtfröhliche Abend nahm seinen Lauf. Als krönender Abschluss
setzten sich schliesslich kurz vor Mitternacht zwölf angetrunkene Mädels,
die gerade einen Polterabend feierten, an den Tisch der Old-Friens. Na dann,
Prost!!

Leicht verkatert, aber doch püntlich fand man sich am nächsten Morgen um
08.00 Uhr am Empfang des Backpackers ein. Eine Stunde später sass man
bereits im Zug nach Mettmenstetten. Was gibt es hier draussen auf dem Lande wohl zu
tun? Dies fragten sich wohl so ziemlich alle Abenteurer - bis die
gigantische Wasserskisrungschanze vor ihren ungläubigen Blicken auftauchte! Nur schon
beim Anblick diese Ungetüms stockte einigen der Atem. Die Angst liess sich aber
natürlich keiner anmerken (ausser Gianni - er zog seinen dritten Joker...).
Angriff ist die beste Verteidigung - und so stürzten sich alle in die
Neoprenanzüge, fassten Skier oder Snowboard und begaben sich wagemutig zum
Start des Anlaufs. Heldenhaft stürzte sich Dani als erster die Strecke hinunter.
Leider reichte es nicht ganz bis zum Schanzentisch, denn bereits auf halbem weg
machte sich sein Board selbständig. Dani erreichte den Absprung etwas
unorthodox, ausgestreckt auf allen Vieren...

Danach gings dann aber aufwärz! Zuerst zögerlich, dann immer wagemutiger
stürzten sich die Old-Friends unzählige Male der Sprungschanze entgegen und
gaben Pirouetten und sogar Saltos zum Besten. Sony Schönbächle witterte
schon die ersten Talente für eine Profikarriere!

Nach gut anderthalb Stunden war der grosse Spass dann vorbei. Körperlich
erschöpft und mit einem Bärenhunger begab man sich in ein nahegelegenes
Restaurant und ass sich quer durch die Speisekarte.

Anschliessend gings zurück zum Bahnhof. Nachdem Mäke seine
Fahrplankenntnisse zum Besten gab und zwei Züge nach Zürich grosszügig
vorbeifahren liess, schaffte man es dann doch noch bis zum Zürcher HB. Nach der sportlichen
Aktivität stand zum Abschluss des Wochenendes nochmals etwas Kulturelles auf
dem Programm. Eine Führung durch das Landesmuseum zum Thema "Essen und Trinken".
Unsere Führerein, eine ältere, aufgestellt und schlagfertige Dame (übrigens
die Mutter von TV-Moderator Frank Baumann) liess die Zeit wie im Flug vergehen.
Bereits neigte sich der Tag dem Ende und die Old-Friends begaben sich noch
auf einen Schlummertrunk in eine nahegelegene Bar, um den Ausflug gemühtlich bei
einem kühlen Bier ausklingen zu lassen.

Einmal mehr waren sich alle einig, dass die Gründung dieses Vereins eine
ausgezeichnete Idee war und man auf dem Ausflügen immer wieder
Unvergessliches erlebt. Wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Reise!