Bericht Ausflug vom 6./7. Mai 2006
Wie gewohnt erschienen einige Oldfriends erst auf den letzten Drücker am
vereinbarten Treffpunkt am Bahnhof Horgen. Chrigi schaffte es als letzter gar –
exakt mit dem Schlag der Turmuhr – gerade noch um 8.45 Uhr die erste Hand zu
schütteln. So entging auch er einer drohenden Busse, das Oldfriends-Konto
konnte nicht aufgestockt werden. Die beiden Organisatoren Dani und Chrigi luden
zu einer ersten Stärkung sogleich in den 5. Stock des Seehotels Meierhof ein
und ernteten deswegen erste Kritik: Schliesslich hatte man sich schon zum
Auftakt des letzten Ausflugs dort verköstigt. Angesichts der herrlichen
Aussicht, der frühen Öffnungszeiten und des reichhaltigen Buffets, drängt sich
ein Wechsel der Lokalität aber auch gar nicht auf. Eigentlich könnte es ja auch
zur Tradition werden, dass die Oldfriends – ursprünglich alle in Horgen
wohnhaft – die ersten paar Franken in dieser Gemeinde liegen lassen.
Schliesslich gibt es einige Steuerflüchtlinge (Patrick: Altendorf, Markus: Thalwil
und Roli: Kilchberg), die dem Bezirkshauptort wohl eben auch aus
fiskalpolitischen Gründen den Rücken gekehrt haben. Als leuchtende Beispiele
für Heimatliebe dürfen die beiden „Grossverdiener“ Andi und Chrigi herangezogen
werden, liefern sie doch einen Teil ihres mühsam verdienten Geldes immer noch
in Horgen ab. Ob diese Summe beim selbständig Erwerbenden Chrigi allerdings
auch wirklich etwas hergibt, darf bezweifelt werden, schliesslich kennt er als
Treuhänder alle Tricks und Kniffe. Zudem hat er ein gutes Beziehungsnetz, hat
er die Lehre doch in Horgen auf der Verwaltung absolviert. Eine
Geschäftsbeziehung von Chrigi war dann auch ausschlaggebend dafür, dass man
sich bald auf die Fähre begab, um nach Oetwil am See zu gelangen. In Meilen
drückte Chrigi kurz aufs Gaspedal seines 450-PS-Cayenne – ein ganz normales
Familienauto wie er bekräftigte – und schon standen wir vor Lars, dem Inhaber
der Goldküsten-Bräu. Der engagierte Jungunternehmer beliefert als kleiner
Nischenbrauer Kunden aus der Region mit seinem speziellen und exquisiten Bier.
Während einem mehrstündigen Bierseminar weihte uns Lars in die Braukunst ein.
Allerdings fröhnten die Oldfriends – wie könnte es auch anders sein – in erster
Linie dem Bierkonsum, was dazu führte, dass um 12 Uhr bereits eine äusserst
heitere Stimmung herrschte. Wie das nun so genau funktioniert mit der
Herstellung dieses Saftes, dürften die Herren wohl definitiv auf dem Platz vor
dem Hotel Schwanen in Horgen vergessen haben. Dort überbückte man die Zeit bei
einigen Gläschen Weisswein, bevor man dann zu Chrigis Vater Jules dislozierte,
der an diesem Abend seinen 60igsten Geburtstag feierte. Im gemütlichen Garten
der Familie Nussbaumer liessen es sich die Oldfriends wiederum gut gehen, ohne
zuvor aber das obligate Geburtstagsständchen gesungen zu haben. Kurz nach dem
Eindunkeln drückte Chrigi dann nochmals aufs Gaspedal und schon flogen wir über
die Autobahn und landeten erst wieder vor der Tiefgarage des Seedammplaza in
Pfäffikon. Nach dem Bezug der Zimmer begab man sich zielstrebig ins Casino und
besetzte gleich einen freien Black-Jack-Tisch. Die 50 Franken Startguthaben,
die aus der Oldfriendskasse jedem überreicht wurden, reichten bei einigen
allerdings nicht sehr lange aus. Immer wieder sah man jemanden in die Tasche
greifen und einen Hunderter herausziehen. Am schlimmsten traf es Chrigi, der
sonst bei Geldsachen doch immer ein gutes Händchen hat. Ein paar Hunderter
liess er während der zwei Stunden Spiel schon liegen. Routinier Patrick war da
geschickter: Etwa jene Summe, die Chrigi verlor, dürfte er gewonnen haben. So
einmal pro Monat zieht es ihn zu „Übungszwecken“ nach Pfäffikon. So hat er halt
„den Riecher“, zu welchem Zeitpunkt ein richtig grosser Einsatz fällig ist.
Denn mit einer zurückhaltenden Strategie kann es zwar sein, dass man lange
spielen kann, so richtige in der Kasse klingen will das Geld dabei aber nicht.
Danach war noch ein Barbesuch fällig, sich so richtig die Nacht um die Ohren
schlagen, mochten die scheinbar bereits alternden Oldfriends aber nicht mehr. Vielmehr
erschienen alle ziemlich ausgeschlafen und ohne grösseren Kater beim
Frühstücksbuffet. Sogar Dani, beim letzten Ausflug noch fürchterlich
abgestürzt, legte eine erstaunliche Vitalität an den Tag. Des schönen Wetters
wegen wurde der Besuch der Saunalandschaft gestrichen, um möglichst schnell auf
Chrigis schneeweisses Motorboot zu gelangen. In Bäch liefen die Oldfriends
sodann bald aus und genehmigten sich vor der Ufenau ein kühles Bier und
genossen das „dolce far niente“. Gerade rechtzeitig bevor die ersten
Gewitterwolken aufzogen war man wieder an Land und brauste wieder heim zur
Freundin oder zur Frau und „Chind und Chegel“. So dürften auch zu Hause keine
düsteren Wolken aufgezogen sein. Das ist äusserst wichtig, denn schliesslich
wollen die Oldfriends auch noch in zehn Jahren zweimal pro Jahr „frei kriegen“.